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Fachkräftemangel beschäftigt BDS und Landstags-Grüne


Fachkräftemangel beschäftigt BDS und Landstags-Grüne
Bayerns niedrige Geburtenraten haben die Wirtschaft erreicht, dem Mittelstand gehen die Auszubildenden, Fach- und Führungskräfte aus. Wie sich diese Herausforderung meistern lässt, stand im Mittelpunkt eines rund zweistündigen Gesprächs zwischen dem BDS Bayern und der Bündnis 90 / Die Grünen - Fraktion im Bayerischen Landtag. An vielen verschiedenen Stellschrauben muss gedreht werden – darin waren sich beide Seiten einig.
Dem Azubi-, Fach- und Führungskräftemangel des bayerischen Mittelstands muss bereits in der (vor-) schulischen Bildung begegnet werden, stimmten BDS Bayern und Bündnis 90 / Die Grünen überein. Fraktionsvorsitzende Margarete Bause fordert flächendeckende Ganztagesschulen, eine Auflösung der bisherigen drei Schularten im Freistaat sowie mehr differenzierte Angebote für die Schüler. BDS-Präsident Ingolf F. Brauner sprach sich für ein engeres Miteinander zwischen Schule und Wirtschaft aus. "Die Lehrer sollten selbst einmal jährlich ein Kurzpraktikum in der Wirtschaft machen. So und über neu gestaltete Lehrpläne lassen sich den Schülern die berufsrelevanten Kenntnisse von morgen vermitteln", so Brauner.
 
Auch nach der Schulzeit gilt es, die vorhandenen Potentiale optimal zu nutzen. Bause plädierte für eine bessere Integration von Migranten, Brauner für eine öffentliche Förderung überbetrieblicher Ausbildungsprojekte wie der BDS Azubi-Akademie sowie für flexible Arbeitswelten: "Wir brauchen mehr Breitband- und weniger Brennpunktfamilien", lautete sein plakatives Credo. Doch gerade die Frage der Breitbandanbindung des ländlichen Raums ist laut Dr. Martin Runge noch nicht ausreichend beantwortet. Ein Themenfeld, auf dem auch der BDS Bayern noch massiven Handlungsbedarf sieht.
 
Die Datenanbindung auf dem Land leitete BDS-Hauptgeschäftsführer Markus Droth zur aktuellen Diskussion über die Forschreibung des Landesentwicklungsprogramms (kurz LEP) über. Trotz allen Reformbedarfs, den auch Runge beispielsweise in den Regionalen Planungsverbänden (RPV) und dem Zentrale-Orte-Konzept sieht, ist das LEP nach Überzeugung Droths nach wie vor unverzichtbar. "Die Kommunalpolitik braucht die Landesentwicklung für ihre Entscheidungen. Der Wegfall des LEP würde dem Freistaat zwar etwas Bürokratie ersparen, doch ein Mehrfaches an neuer Bürokratie in den Städten und Gemeinden schaffen."
 
Brauner wie Bause waren sich einig, auch künftig den unmittelbaren Dialog zu suchen. Themen wie das betriebliche Gesundheitsmanagement oder die 2013 anstehende Neuordnung der Rundfunkbeiträge (bislang GEZ-Gebühr) werden dafür genügend Anlässe liefern.
 
Seitens des BDS Bayern nahm noch Thomas Schörg (Stellv. Hauptgeschäftsführer) am Gespräch teil, mit Bause und Runge diskutierten auf Seiten der Grünen-Fraktion noch Thomas Mütze (MdL, Fraktionsvorsitzender), Claudia Stamm (MdL, haushalts- und gleichstellungspolitische Sprecherin), Maria Scharfenberg (MdL, arbeitsmarktpolitische Sprecherin) sowie Jutta Wilking (Koordinatorin des Arbeitskreises Ökologie und Ökonomie) mit.


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