Ersticken oder Verhungern?

Ersticken oder Verhungern?

Auch während der 10-jährigen Bauzeit der 2. Stammstrecke gilt:

Die Erreichbarkeit der Städte muss bei vertretbaren Umweltregelungen erhalten bleiben im Interesse unserer Mitarbeiter und Kunden!

Die derzeitige Diskussion um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten und die Umweltbelastungen kennt nur die Darstellung von Extremsituationen:

Durch ein derartiges Fahrverbot würde vielen Betrieben die Existenzgrundlage entzogen, denn sie könnten mit Ihren jetzigen Fahrzeugen nicht mehr ihre Kunden in der Stadt erreichen. Selbst die Versorgung der Supermärkte und des Lebensmittelhandels mit frischen Produkten wäre nicht mehr problemlos zu sichern. Die enge und wichtige Verzahnung von Stadt und Land wäre gefährdet. Dies gilt auch für die unverzichtbare Verbindung von Arbeitsplatz und Wohnort, für die Pendler. Die Betriebe würden Arbeitskräfte verlieren, die in der Wahl des Verkehrsmittels auf ihr (vielleicht erst vor kurzem gekauftes Diesel-) Auto angewiesen sind und denen öffentliche Verkehrsmittel nicht zur Verfügung stehen.

Auf der anderen Seite leidet die Bevölkerung zunehmend unter der hohen Belastung der Luft durch Feinstaub-und Schadstoffe. Und dies wird sicher noch verstärkt durch die Baumaßnahmen in München für die 2. S-Bahn-Stammstrecke. Aber auch Pendler (unsere Mitarbeiter!) haben ein Anrecht auf saubere Luft – im täglichen Stau oder in der überfüllten S-Bahn!

Der BDS mit seinen 530 Ortsverbänden in Bayern weist deshalb auf die landesweite Bedeutung einer vernünftigen Regelung hin, die den Betrieben im Land und in der Stadt das Wahrnehmen ihrer Transportfunktion zum Kunden ermöglicht. Diese Transportfunktion kann auch nicht der öffentliche Nahverkehr oder die Bahn ersetzen! Im harten Wettbewerb der kleinen und mittleren Unternehmen ist der finanzielle Spielraum für einen kurzfristig erzwungenen Austausch der bisherigen Dieselfahrzeuge nicht vorhanden. Hier muss endlich die Verunsicherung der Unternehmen zur Zukunft ihrer Fuhrparks beendet werden! Auch die Mitarbeiter werden verunsichert, wenn die Fahrt zum Arbeitgeber auch noch durch bürokratische Hürden erschwert wird! „Ein pauschales Fahrverbot für Euro-5-Diesel wäre weder gerecht noch zielführend“, sagt Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser, Ehrenpräsident beim Bund der Selbständigen.

Deshalb fordert der BDS die politischen Entscheidungsträger auf, die hohe Leistungsfähigkeit unserer kleinen und mittleren Betriebe in Bayern nicht unverantwortlich zu belasten. Auch eine destruktive öffentliche Diskussion mit Pauschalargumenten ist hier nicht angebracht, wie sie hier vorab formuliert wurde: „Ersticken oder Verhungern“ ist deshalb eine zu polemische Fragestellung. Wir fordern von Politik und Industrie eine noch weiter verstärkte Forschung und Entwicklung für ökologisch und ökonomisch vertretbare neue Antriebskonzepte und deren verträgliche Umsetzung im Markt!

 

Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier auch als PDF herunterladen.