Reform der Erbschaftsteuer mit Mängeln

Reform der Erbschaftsteuer mit Mängeln

„Der heutige Kompromiss war wichtig für viele familiengeführte Unternehmen in Deutschland“ erklärt Marco Altinger, Präsident der BDS Bayern. „Wir sind froh, dass sich Ministerpräsident Seehofer für die Erhaltung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen erfolgreich eingesetzt hat“, so der Unternehmer aus Landshut, der sich im Vorfeld mit dem Ministerpräsidenten zu diesem Thema beraten hat.

Bei der heutigen Vereinbarung zur Steuerreform handelt es sich um einen Kompromiss: Die SPD drängte auf eine harte Besteuerung, während sich die CSU für eine Erhaltung der mittelständischen Wirtschaftsstruktur stark gemacht hat.

„Würden familiengeführte Unternehmen im Erbschaftsfall voll besteuert, müssten sie meist verkauft werden oder ganz schließen“, gibt Altinger zu bedenken. Dabei sind kleine und mittelständische Betriebe das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und zeichnen sich vor allem in Krisenzeiten durch Stabilität aus.

Nach der heutigen Vereinbarung profitieren künftig weniger Unternehmen von den Steuererleichterungen. Während früher Firmen mit bis zu 20 Mitarbeitern von der Erbschaftssteuer ausgenommen waren, dürfen die Kleinbetriebe künftig nur noch fünf Mitarbeiter beschäftigen. Allerdings soll eine Schenkung schlechter gestellt werden als eine Erbschaft. Damit steht zu befürchten, dass sich künftig weniger Unternehmen um eine frühzeitige und geregelte Nachfolge kümmern.

„Solche handwerklichen Mängel sollten von der Politik nachgebessert werden“, fordert Unternehmervertreter Altinger. Die CSU hat bereits angekündigt, das Thema im Wahlkampf zu besetzen.

BDS Bayern im Gespräch mit Ministerpräsident Seehofer. V.l.n.r.: Marco Altinger, Präsident BDS Bayern Horst Seehofer, Ministerpräsident; Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser, Ehernpräsident BDS Bayern.