Schluss mit den Zwangskrediten!

Schluss mit den Zwangskrediten!

Bund der Selbständigen fordert Korrektur bei Sozialversicherungsbeiträgen

Pressemitteilung vom 21.04.2017

Jeden Monat aufs Neue müssen die Arbeitgeber den Sozialversicherungen für einige Tage Kredit gewähren. Dieses Relikt aus Zeiten knapper Kassen muss abgeschafft werden, fordert der BDS Bayern als Vereinigung von 15.000 Selbständigen im Freistaat.

Am heutigen Montag ist es wieder soweit: Arbeitgeber müssen die Sozialversicherungsbeiträge für die April-Gehälter anmelden, die Zahlungsfrist ist diesen Mittwoch. Dabei ist in vielen Fällen noch gar nicht klar, wieviel Gehalt jeder Einzelne bis Monatsende verdient. Gerade in Gaststätten wird oft nach geleisteten Stunden gezahlt, wodurch erst am Monatsende feststeht, wieviel an Löhnen gezahlt wird. Die Sozialversicherungsbeiträge müssen trotzdem schon vorher abgeführt werden. Notfalls muss der Unternehmer diese schätzen und im Folgemonat wieder korrigieren. Die Abfolge von Schätzung, Meldung, Vorauszahlung der Beiträge, Nachberechnung der tatsächlichen Beitragsverpflichtung und Korrektur muss für jeden Einzelnen der 44 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland erfolgen. Den Zeitaufwand für diese bürokratische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zahlen die Unternehmen. Selbst wenn man nur von 10 Minuten Arbeitszeit pro Fall und durchschnittlichen Lohnkosten von 33,40 Euro pro Stunde ausgeht, kostet der monatliche Zwangskredit 88 Millionen Euro pro Jahr.

Dabei ist die Vorauszahlung längst nicht mehr notwendig. Seit Jahren herrscht Vollbeschäftigung und die Kassen der Sozialversicherungsträger sind gut mit Rücklagen gefüllt. Eine Verschuldung der öffentlichen Hand bei den Unternehmen braucht Deutschland also nicht mehr, um den Monatswechsel zu bewältigen.

„Diese überflüssige Bürokratie gehört abgeschafft. Die Zeit ist reif dafür“, sagt Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser, Ehrenpräsident beim BDS Bayern.

Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier auch als druckerfreundliches PDF herunterladen.

Für Rückfragen steht Ihnen unser Referent für Politik und Kommunikation, Herr Jakob Schlag, zur Verfügung unter jakob.schlag@bds-bayern.de, bzw. 089 540 56 215.