Selbständige gegen Erbschaftsteuer

Selbständige gegen Erbschaftsteuer

Obwohl im Koalitionsvertrag keine Steuererhöhungen vereinbart wurden, geht der aktuelle Entwurf der neuen Erbschaftsteuer von erheblichen Mehreinnahmen für den Staat aus. „Damit bricht die Koalition ein Wahlsprechen,“ macht BDS Präsident Marco Altinger deutlich, der mit seinem Verband 16.000 Selbständige in Bayern repräsentiert. Kleine und mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie stellen zwei Drittel der Arbeitsplätze und 83 % aller Ausbildungsplätze. „Dieses Fundament unserer Wirtschaftskraft sollte von der Politik erhalten und nicht zerstört werden,“ verdeutlicht Mittelstandspräsident Altinger seine Forderung nach einer Abschaffung der Erbschaftsteuer auf kleine familiengeführte Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern. Auch der Staat profitiere erheblich von den Kleinunternehmen, denn „im Gegensatz zu vielen Großkonzernen transferieren sie ihre Gewinne nicht ins Ausland, sondern zahlen in Deutschland Steuern und investieren in den Standort,“ fährt Altinger fort.

Wenn kleine Unternehmen im Erbschaftsfall voll besteuert werden, bleibt ihnen oft keine andere Wahl als der Verkauf an Investoren. Diesen fehlt jedoch oft sowohl der Bezug zu den Mitarbeitern als auch zum Standort. Damit die Investoren ihren Einsatz kurzfristig wieder herausbekommen, stehen regelmäßig Entlassungen oder gar Standortverlagerungen auf dem Programm.

Inhaber kleiner Unternehmen haften vielfach jedoch persönlich für die Risiken des Unternehmens und planen daher langfristig.  „Die Stabilität von Arbeitsplätzen am Standort hängt direkt vom Wohl der kleinen Unternehmen ab,“ erklärt der Präsident des Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern. Nachdem das Verfassungsgericht die bisherige Steuerregelung verboten hatte, besteht jetzt die Chance neue Regeln zu schaffen, die langfristig der gesamten Gesellschaft zugutekommen.