Sommerumfrage 2017

Autor: Jakob Schlag

Bei der BDS Sommerumfrage zeigt sich Bayerns Wirtschaft in einem Top-Zustand. Über 600 Mitgliedsbetriebe nahmen teil und sorgten für repräsentative Ergebnisse. Vielen Dank dafür!

Konjunktur

Insgesamt sehen die Befragten ihre Geschäftslage in einem Spitzenzustand. Der Index stieg innerhalb eines halben Jahres von 43,3 Punkten auf 58,4 Punkte. Die Zahl zeigt an, wie die Mitglieder im Durchschnitt die Lage beurteilen, zwischen  -100 für sehr schlecht und +100 für sehr gut. Bei den Geschäftserwartungen zeigen sich Bayerns Selbständige ähnlich optimistisch wie vor einem halben Jahr. Langfristig liegt damit weiterhin ein „überdurchschnittlich“ positiver Wert vor.

Digitalisierung

Jeder vierte Teilnehmer sieht Defizite bei der Digitalisierung des eigenen Unternehmens. Besonders betroffen sind die Branchen Handel, Handwerk und Bau. Allerdings werden dort auch die geringsten Chancen durch Digitalisierung empfunden. Überdurchschnittlich schneiden Betriebe ab, die jünger als 25 Jahre oder auch auf ausländischen Märkten aktiv sind. Auffällig ist, dass Betriebe mit einer aktuell guten Digitalisierung deutlich optimistischer bei den Geschäftserwartungen sind. Von der Politik wird ein flächendeckendes, schnelles Netz gefordert. Beim Datenschutz-Anpassungsgesetz, das 2018 in Kraft tritt sehen mehr als die Hälfte der Teilnehmer Informationslücken.

Beschäftigung

20 % der Betriebe wollen in den kommenden Monaten Stellen aufbauen, während nur 5 % einem Personalabbau entgegensehen. Angesichts der bestehenden Vollbeschäftigung in fast allen Teilen Bayerns, muss daher mit einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels gerechnet werden. Bereits in den vergangenen 12 Monaten versuchten die Hälfte aller Betriebe Stellen aufzubauen. Jeder zweite davon konnte offene Arbeitsplätze nicht besetzen. Durchschnittlich fehlen derzeit knapp zwei Arbeitnehmer pro Betrieb. Die Umfrageteilnehmer fordern daher eine praxisnahe Stärkung des Schulsystems und eine Imageverbesserung der Ausbildungsberufe.

Regionale Unterschiede

Die wirtschaftliche Lage, die Geschäftserwartungen und der Arbeitsmarkt werden in Oberbayern ganz ähnlich beurteilt wie in Bayern insgesamt. Die übrigen Regionen und Indikatoren zeigen Abweichungen: In Ostbayern liegen die Geschäfts- und Beschäftigungserwartungen deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt, in Franken und Schwaben liegen alle Indikatoren darüber.

Die vollständige Umfrageauswertung finden Sie hier.