{"id":312,"date":"2020-06-10T17:04:39","date_gmt":"2020-06-10T15:04:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bds-bayern.de\/hohenbrunn-riemerling\/stoppt-die-mehrwertsteuerregelung\/"},"modified":"2020-08-20T10:56:34","modified_gmt":"2020-08-20T08:56:34","slug":"stoppt-die-mehrwertsteuerregelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bds-bayern.de\/hohenbrunn-riemerling\/stoppt-die-mehrwertsteuerregelung\/","title":{"rendered":"Stoppt die Mehrwertsteuerregelung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h3><strong>Stoppt die Mehrwertsteuerregelung<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Der Effekt wird ausbleiben \u2013 die B\u00fcrokratie wird bleiben<\/strong><\/p>\n<p><em>M\u00fcnchen<\/em> \u2013 \u201eEin Wumms ist das neue Konjunkturpaket \u2013 ja, das stimmt. Mit einem heftigen Knall fordert es von den Unternehmerinnen und Unternehmern einen B\u00fcrokratieaufwand mitten in der Wiederaufbauarbeit \u2013 ein Aufwand, der viele ratlos zur\u00fcckl\u00e4sst und zum b\u00fcrokratischen Irrsinn wird.\u201c, so Gabriele Sehorz, Pr\u00e4sidentin des Bund der Selbst\u00e4ndigen \u2013 Gewerbeverband Bayern e.V.<\/p>\n<p>Das sehen auch die Mitgliedsunternehmen des gr\u00f6\u00dften branchen\u00fcbergreifenden Mittelstandsverbandes in Bayern so: Auf die Frage, ob positive Effekte durch die Mehrwertsteuersenkung zu erwarten sind, antworteten <strong>drei Viertel (76,2 Prozent) mit \u201eNEIN\u201c. <\/strong>Auch die erhoffte Umsatzsteigerung f\u00fcr die Monate Juli bis Dezember 2020 sehen die Unternehmerinnen und Unternehmer nicht kommen. Hier gehen <strong>88,9 Prozent<\/strong> davon aus, dass sie <strong>keine Umsatzsteigerung<\/strong> in ihren Betrieben erleben werden. <strong>Die Mehrheit m\u00f6chte die Steuersenkung an die Kunden weitergeben. <\/strong><\/p>\n<p>Was den Konsumenten freut, f\u00fchrt unweigerlich gleichzeitig tausend Fallstricke in der steuerlichen Behandlung mit sich und kaum ein Verbraucher ahnt, was hinter der hoffentlich gut gemeinten Mehrwertsteuersenkung steckt.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten nur ein paar Beispiele geben: die geleisteten Anzahlungen im Baugewerbe bis 30. Juni m\u00fcssen f\u00fcr alle Handwerksleistungen, die im 2. Halbjahr ausgef\u00fchrt werden, umsatzsteuerrechtlich korrigiert werden. Auch die Schlussrechnung muss entsprechend ausgestellt werden. Der Mitgliedsbeitrag f\u00fcr ein Kalenderjahr und j\u00e4hrliche Lizenzgeb\u00fchren unterliegen dem verminderten Steuersatz, weil die Leistungen aus steuerrechtlicher Sicht erst am 31.12.2020 vollendet sein werden. Die Folge sind \u2013 je nach Branche \u2013 tausende von Korrekturbuchungen f\u00fcr die letzten sechs Monate. Laufende Einzugserm\u00e4chtigungen m\u00fcssen f\u00fcr genau sechs Mal korrigiert werden. Das gilt f\u00fcr das Fitness-Studio, das endlich wieder \u00f6ffnen darf, wie f\u00fcr gewerbliche Mieten, f\u00fcr Leasingvertr\u00e4ge, Softwarelizenzen und auch f\u00fcr das Zeitungsabo. Jede einzelne Rechnung muss separat gepr\u00fcft werden \u2013 es wird viele R\u00fcckfragen geben. Skontoabz\u00fcge, PKW-\u00dcberlassung an Mitarbeiter, Jahresboni, Reisekosten \u2013 \u00fcberall sind \u00c4nderungen vorzunehmen. Kassensysteme m\u00fcssen umgestellt werden und in der Buchhaltung m\u00fcssen neue Konten angelegt werden. Die Fehlerquellen sind derart zahlreich, dass die n\u00e4chste Umsatzsteuerpr\u00fcfung f\u00fcr viele Unternehmer, auch wenn sie sich sicher sind, gewissenhaft gehandelt zu haben, zu einem riesigen Problem werden kann.<\/p>\n<p>Sehorz abschlie\u00dfend: \u201eF\u00fcr fragw\u00fcrdige sechs Monate innerhalb k\u00fcrzester Zeit in einer wirtschaftlich mehr als kritischen Phase solch eine \u00c4nderung zu beschlie\u00dfen, ist ein vollkommener Wahnsinn!\u201c<\/p>\n<p><strong>Zur Blitzumfrage<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber 76,0 Prozent sehen durch die Senkung negative Folgen auf sich zukommen. Allen voran einen <strong>Mehraufwand bei der Abrechnung <\/strong>(62,5 Prozent), gefolgt von einem <strong>Mehraufwand f\u00fcr die Mitarbeiter<\/strong> bei der Umsetzung (46,2 Prozent), erh\u00f6hte <strong>Kundenr\u00fcckfragen aufgrund von Abrechnungsabgrenzung <\/strong>&#8211; Beispiel Anzahlung oder Schlussrechnung &#8211; (40,9 Prozent). Besonders besorgniserregend ist es, dass jedes dritte Unternehmen (33,7 Prozent) eine <strong>Haftungsproblematik<\/strong> bef\u00fcrchtet, da es durch die tempor\u00e4re \u00c4nderung zu einer falschen beziehungsweise unberechtigt ausgewiesenen Mehrwertsteuer kommen k\u00f6nnte. Auch eine <strong>fehlerhafte technische Umsetzung<\/strong> bef\u00fcrchten immerhin 32,5 Prozent. 16,5 Prozent sind der Meinung, dass dadurch lediglich Ums\u00e4tze verschoben werden und 13,6 Prozent bef\u00fcrchten durch die angek\u00fcndigte Senkung einen <strong>weiteren Umsatzeinbruch f\u00fcr den Monat Juni<\/strong>. Und schlie\u00dflich gehen 13,5 Prozent von einem verminderten Kaufinteresse im ersten Quartal 2021 aus.<\/p>\n<p>Die befragten Selbst\u00e4ndigen gliedern sich in: 5,0 Prozent Industrie, 25,2 Prozent Handwerk, 5,6 Prozent Bauwirtschaft, 22,3 Prozent Handel, 8,4 Prozent Tourismus\/Gastronomie, 22,6 Prozent Dienstleistung (au\u00dfer Tourismus\/Gastronomie) und 11,0 Prozent freiberuflich T\u00e4tige.<\/p>\n<p>In weniger als 15 Stunden haben sich in der Umfrage 1.552 Unternehmerinnen und Unternehmer zur\u00fcckgemeldet.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Stoppt die Mehrwertsteuerregelung Der Effekt wird ausbleiben \u2013 die B\u00fcrokratie wird bleiben M\u00fcnchen \u2013 \u201eEin Wumms ist das neue Konjunkturpaket \u2013 ja, das stimmt. 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