{"id":475,"date":"2020-11-24T17:45:27","date_gmt":"2020-11-24T16:45:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bds-bayern.de\/hohenbrunn-riemerling\/offener-brief-operation-gelungen-patient-tot\/"},"modified":"2020-11-25T08:46:40","modified_gmt":"2020-11-25T07:46:40","slug":"offener-brief-operation-gelungen-patient-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bds-bayern.de\/hohenbrunn-riemerling\/offener-brief-operation-gelungen-patient-tot\/","title":{"rendered":"Offener Brief: Operation gelungen \u2013 Patient tot"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h3>Operation gelungen \u2013 Patient tot<\/h3>\n<p>So lie\u00dfe sich die derzeitige Situation aus Sicht vieler Unternehmerinnen und Unternehmer sehr treffend beschreiben! Die Bef\u00fcrchtung ist gro\u00df, dass sie ihre Betriebe nicht mehr so lange am Leben erhalten k\u00f6nnen, bis das Corona-Virus unter Kontrolle ist und sie wieder wirtschaftlich agieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der erneute Lockdown in Teilbereichen unserer Wirtschaft ist eine Operation am offenen Herzen vieler Betriebe. Eine Operation die sicherlich Ihre Notwendigkeit hat, aber beim kleinsten Fehler oder falschen (Ein-)Schnitt zu weiteren wirtschaftlichen Katastrophen f\u00fchren wird. Wie angespannt die derzeitige Lage ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des BDS Bayern, an der 1.197 Unternehmer teilgenommen haben. Die Beeintr\u00e4chtigungen durch die Coronakrise bewerten \u00fcber 80 Prozent der Betriebe schon jetzt \u2013 vor einer Verl\u00e4ngerung des zweiten Lockdowns \u2013 als schwierig oder existenzbedrohend.<\/p>\n<p>F\u00fcr den BDS Bayern sind besonders alarmierend auch die R\u00fcckmeldungen aus den Betrieben, die nicht von den derzeitigen Betriebsuntersagungen betroffen sind: im Vergleich zum November 2019 gehen die Ums\u00e4tze dort branchen\u00fcbergreifend um satte 42,68 Prozent zur\u00fcck! 30,3 Prozent dieser Unternehmer beschreiben ihre Lage als schwer, 17,9 Prozent als existenzbedrohend; zusammen sind das 48,2 Prozent! Oder anders ausgedr\u00fcckt: fast jeder zweite Betrieb, der nicht der derzeitigen Betriebsschlie\u00dfung unterliegt, ist trotzdem vom Lockdown-light ganz massiv bis existenzgef\u00e4hrdend betroffen. Das Schlimmste ist, dass bei diesen Betrieben die staatlichen Hilfsma\u00dfnahmen in der Regel nicht greifen, da sp\u00e4tere Umsatzeinbr\u00fcche von den derzeitigen Ma\u00dfnahmen nicht abgedeckt werden \u2013 ein Umstand der sich dringend \u00e4ndern muss.<\/p>\n<p>Wenn wir nicht auch Hilfen f\u00fcr Unternehmen auf den Weg bringen, die ebenso durch eine Verl\u00e4ngerung des Lockdowns betroffen sind, auch wenn sie nicht aktiv geschlossen sind, dann sieht es d\u00fcster aus. Die Folgen werden dramatische sein und jeder von uns wird diese mehr als deutlich sp\u00fcren. Einst erfolgreiche, sehr gesch\u00e4tzte Betriebe mit hervorragenden Hygienekonzepten werden vollkommen unverschuldet schlie\u00dfen und mit ihnen werden viele Arbeitspl\u00e4tze verloren gehen.<\/p>\n<p>Die vielf\u00e4ltigen kulturellen Angebote werden massiv schrumpfen. Lebendige Innenst\u00e4dte mit Einzelhandelsgesch\u00e4ften, Kinos, Caf\u00e9s und Eisdielen werden der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Wir alle werden einen Wandel in Deutschland erleben, der vieles, was wir lieben und sch\u00e4tzen, was wir m\u00fchevoll aufgebaut haben, wieder zunichtemacht.<\/p>\n<p>Ja, aber die Gesundheit geht vor \u2013 wir wollen doch alle \u00fcberleben: Warum wird diese Aussage immer als Totschlagargument, als Begr\u00fcndung f\u00fcr weitgreifende Berufsverbote missbraucht? Das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Das m\u00fcsste doch schon l\u00e4ngst die Devise sein. Die derzeitige Behandlung der Pandemie entspricht einer strikten Bettruhe. Neben diesem Aufstehverbot gibt es doch so viele weitere M\u00f6glichkeiten, die in ihrer Gesamtheit eine deutliche Wirkung zeigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie h\u00e4tte schon l\u00e4ngst vollumf\u00e4nglich begleitend behandelt werden m\u00fcssen. Viele Betriebe haben das mehr als vorbildlich mit ihren Hygienekonzepten gemacht \u2013 ein Teil von ihnen wurde jetzt wieder ins Bett geschickt. Auch viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger haben ihre Kontakte beschr\u00e4nkt, halten Abstand, haben das Reiseverhalten reduziert, tragen Masken und waschen sich regelm\u00e4\u00dfig die H\u00e4nde. Nur Bund und L\u00e4nder h\u00e4ngen hinterher. Hier ein paar Beispiele: Nach neuesten Medienberichten z\u00f6gern viele Kommunen noch immer, f\u00fcr unsere rund 1,7 Millionen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Bayern alle Klassenzimmer endlich mit den Filteranlagen auszustatten, die nachweislich einen hohen Anteil der Aerosole aus der Luft entfernen. Zu unklar ist definiert, f\u00fcr welche R\u00e4ume die Ma\u00dfnahmen vom Land \u00fcbernommen werden. In Bayern m\u00fcssen sich auch in Zeiten, in denen h\u00e4nderingend um jeden notwendigen Kontakt gerungen wird, rund 39.000 Kommunalpolitiker regelm\u00e4\u00dfig in Pr\u00e4senzsitzungen treffen, weil die bayerische Gemeindeordnung noch keine digitalen Ausnahmeregelungen enth\u00e4lt. Ein gestaffelter Unterrichtsbeginn pro Jahrgangsstufe h\u00e4tte schon seit Schuljahresbeginn \u00fcberf\u00fcllte Schulbusse fr\u00fch und mittags verhindert. Im \u00f6ffentlichen Nahverkehr sei die Ansteckungsgefahr auch in vollen Bahnen und Bussen mit dem Corona-Virus sehr gering \u2013 so gering, dass angedacht war, Mitarbeitern des Bundes auf Staatskosten in der Bahn einen zweiten Sitzplatz zu bezahlen, damit sie nicht zu dicht neben anderen Mitreisenden sitzen! Diese Distanz sollten entsprechend den Abstandsregeln alle Fahrg\u00e4ste in den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln haben. S\u00fcdtirol und Madrid beispielsweise gehen neue Wege mit Massenschnelltests, um die Corona-Infizierten ohne Symptome schneller ausfindig zu machen, w\u00e4hrend bei uns die Gesundheits\u00e4mter noch immer Testergebnisse mit der Post verschicken. Mehrfach ist davon gesprochen worden, den Katastrophenfall auszurufen \u2013 Tausende von ehrenamtlichen, gut ausgebildeten Katastrophensch\u00fctzern k\u00f6nnten \u00fcberlastete \u00c4mter und Beh\u00f6rden unterst\u00fctzen. Betriebe, die durch zahlreiche Ma\u00dfnahmen besonders effizient die Ausbreitung des SARS2-Virus verhindern, k\u00f6nnten ein Hygienesiegel erhalten, das vor Lockdowns sch\u00fctzt \u2013 die Gelder f\u00fcr die Unterst\u00fctzung dieser Betriebe w\u00e4ren f\u00fcr sinnvolle Ma\u00dfnahmen frei.<\/p>\n<p>Es gilt jetzt, klug und ganz ehrlich zu bewerten, ob eine Verl\u00e4ngerung des Teillockdowns wirklich dazu f\u00fchrt, dass wir Weihnachten im Kreise der Familie feiern k\u00f6nnen und welche anderen M\u00f6glichkeiten es noch gibt. Nicht f\u00fcnf Stunden \u00fcber Verbote diskutieren, sondern in Szenarien denken und verschiedenste Ma\u00dfnahmenpakete schn\u00fcren. Nicht stur an der eingeschlagenen Richtung festhalten, sondern zugeben, dass ein Weg in eine Sackgasse gef\u00fchrt hat. Transparente Entscheidungen schaffen vertrauen, machen Mut und lassen hoffen. Viele Menschen warten sehns\u00fcchtigst auf die Worte: Operation gelungen und der Patient erholt sich zusehends.<\/p>\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Gabriele Sehorz<\/p>\n<p>Pr\u00e4sidentin[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Operation gelungen \u2013 Patient tot So lie\u00dfe sich die derzeitige Situation aus Sicht vieler Unternehmerinnen und Unternehmer sehr treffend beschreiben! Die Bef\u00fcrchtung ist gro\u00df, dass sie ihre Betriebe nicht mehr so lange am Leben erhalten k\u00f6nnen, bis das Corona-Virus unter Kontrolle ist und sie wieder wirtschaftlich agieren k\u00f6nnen. 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