{"id":738,"date":"2023-05-09T10:04:43","date_gmt":"2023-05-09T08:04:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bds-bayern.de\/hohenbrunn-riemerling\/psyche-probleme-praevention-und-praxis\/"},"modified":"2023-05-09T10:04:43","modified_gmt":"2023-05-09T08:04:43","slug":"psyche-probleme-praevention-und-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bds-bayern.de\/hohenbrunn-riemerling\/psyche-probleme-praevention-und-praxis\/","title":{"rendered":"Psyche, Probleme, Pr\u00e4vention und Praxis"},"content":{"rendered":"<h3>Psyche, Probleme, Pr\u00e4vention und Praxis<\/h3>\n<p>Mens sana in corpore sano \u2013 ein gesunder Geist in einem gesunden K\u00f6rper. Diesen Wunsch \u00e4u\u00dferte bereits der r\u00f6mische Dichter Juvenal, 2000 Jahre sp\u00e4ter ist dieser Ansatz in der modernen Gesellschaft wichtiger als je zuvor. Dennoch werden psychische Probleme in der Arbeitswelt 2023 oft tabuisiert. Genau darauf wollte der BDS Bayern in Kooperation mit der AOK Bayern am 26.04. bei der Veranstaltung \u201eGesunder Geist, gesunder K\u00f6rper: Eine Reise zur psychischen Gesundheit\u201c in der Alten Brauerei Stegen in Inning am Ammersee hinweisen \u2013 mit gro\u00dfem Erfolg. Das Publikum im Saal zeigte sich von den Vortr\u00e4gen und Diskussionen ebenso begeistert wie die gesch\u00e4tzten 2000 Zuschauer im Livestream. Nicht zuletzt dank der ebenso charmanten wie schlagfertigen Moderatorin Marion Gehlert sowie dreier au\u00dfergew\u00f6hnlicher Speaker.<\/p>\n<p>Nachdem sich der BDS Bayern und die AOK Bayern im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im letzten Jahr der ergonomischen Ausrichtung der Arbeitspl\u00e4tze sowie der nachhaltigen Optimierung der Arbeitsabl\u00e4ufe widmeten, erweitert sich die Betrachtungsweise 2023 auf die psychische Ebene. Zu Beginn begr\u00fc\u00dfte TV-M\u00fcnchen-Chefredakteurin Marion Gehlert vor knapp 100 G\u00e4sten die Pr\u00e4sidentin des BDS Bayern, Gabriele Sehorz auf der B\u00fchne. Diese macht deutlich, dass psychische Belastungen nachweisbare Auswirkungen auf die Arbeitsleistung haben, sowohl bei Unternehmern, als auch bei den Mitarbeitern. \u201eDann k\u00f6nnen wir alle unser Potential nicht hundertprozentig abrufen.\u201c Martin Felber, Direktor der AOK M\u00fcnchen, betonte im Anschluss die deutschlandweite Einzigartigkeit der Kooperation. \u201eWir sto\u00dfen durch die Zusammenarbeit mit dem BDS Bayern in betriebliche Bereiche vor, zu denen wir sonst keinen Zugang h\u00e4tten.\u201c Laut den erhobenen AOK-Daten erlebte Deutschland in den letzten zehn Jahren eine st\u00e4ndige Steigerung der psychischen Erkrankungen. Allein im letzten Halbjahr stieg die Anzahl der psychischen Erkrankungen um elf Prozent, gleiches gilt f\u00fcr die Dauer. \u201eVor diesem Hintergrund ist diese Veranstaltung derart wichtig\u201c, so Felber. Dem pflichtete der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von BDS Mehrwert, Jan Vogel, uneingeschr\u00e4nkt bei: \u201eZiel der Veranstaltung ist es, durch Information die Scheu nahmen, sich diesem Thema zu stellen. Wenn wir uns als Unternehmer in diesem Punkt nicht ver\u00e4ndern, werden wir ver\u00e4ndert \u2013 und zwar in dem Sinne, dass wir keine Bewerber mehr bekommen.\u201c<\/p>\n<p>Erster Redner auf der B\u00fchne war Prof. Dietrich Gr\u00f6nemeyer, seines Zeichens Autor mehrerer Bestseller-B\u00fccher (u.a. \u201eMedizin ver\u00e4ndern\u201c), gern gesehener Gast in Talkshows und \u201eVater der Mikrotherapie\u201c. Sein Vortrag zeigte sowohl die M\u00f6glichkeiten des Unternehmers als auch jene der Mitarbeiter auf, um psychischen Problemen pr\u00e4ventiv zu begegnen. \u201eVorsorgen ist immer besser und billiger als heilen!\u201c Im Zuge dessen appellierte er, sein Schicksal in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen. \u201e60 Prozent meines Wohlbefindens liegen nachgewiesenerma\u00dfen in meinem eigenen Tun.\u201c Stressfolgen wie u.a. hoher Blutdruck, R\u00fcckenschmerzen, Diabetes, Burnout und Depression k\u00f6nnen vermieden werden, \u201ewenn eine wertsch\u00e4tzende Unternehmenskultur gepflegt wird\u201c, so Professor Gr\u00f6nemeyer. Eine negative Work-Life-Balance schade nicht nur dem pers\u00f6nlichen, sondern letztlich auch dem unternehmerischen Erfolg. Eine der Kernforderungen in dieser ebenso unterhaltsamen wie informativen Rede: \u201eVergessen Sie das L\u00e4cheln nicht!\u201c<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend begr\u00fc\u00dfte Moderatorin Marion Gehlert die Skisprung-Legende und ehemaligen Sieger der Vierschanzentournee, Sven Hannawald, auf der B\u00fchne zum Interview. 2005 musste er seine Laufbahn aufgrund eines Burnouts beenden. In einem beeindruckend offenen Gespr\u00e4ch offenbarte Hannawald die psychischen Themen, die ihn durch die Karriere begleitet hatten \u2013 und partiell bis heute begleiten. \u201eIch habe irgendwann gemerkt, dass etwas nicht stimmt\u201c, so Hannawald, der sich laut eigener Aussage selbst stets den gr\u00f6\u00dften Leistungsdruck auferlegte. \u201eMeine physischen Werte waren super. Erst der letzte Arzt, den ich konsultierte, konnte mir weiterhelfen: Er diagnostizierte einen Burnout und wies mich sofort in eine Klinik ein. Ich merkte, wie verzweifelt mein K\u00f6rper nach Abstand, Ruhe und Seelenfrieden schrie.\u201c Diese Vollbremsung war f\u00fcr Sven Hannawald eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung. Mittlerweile ist als Skisprung-Experte f\u00fcr die ARD t\u00e4tig und im Rahmen der Betrieblichen Gesundheit deutschlandweit als anerkannter Seminarleiter und Speaker aktiv. Zugleich wei\u00df er aber immer noch um seine Anf\u00e4lligkeiten: \u201eIch bin Perfektionist. Entweder mache ich etwas richtig oder gar nicht. Der Unterschied ist, dass ich mir heute feste Auszeiten gebe.\u201c<\/p>\n<p>Als letzter Redner betrat Diplom-Psychologe Udo Sch\u00fcppel, der auch f\u00fcr den BDS Bayern im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements t\u00e4tig ist, die B\u00fchne und gab den Zuschauern einen tiefen Einblick in seine Praxisarbeit und wies auf die verschiedenen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten im Unternehmen hin, um kurzfristige Wirkungen zu erzielen, aber nachhaltig die Lebensqualit\u00e4t aller Beteiligten zu heben. \u201eOhne gutes Team kein guter Umsatz!\u201c Hierbei betonte Sch\u00fcppel auch die gravierenden Ver\u00e4nderungen der Gesellschaft, die heute weitaus bunter und eigenst\u00e4ndiger ausf\u00e4llt. Zudem empfahl er den Begriff \u201eWork-Life-Balance\u201c durch \u201eBalance\u201c zu ersetzen, welcher die privaten, beruflichen und alle anderen Lebensbereiche abdeckt. Auch die Tabuisierung psychischer Probleme war Inhalt seines detailreichen und dennoch belebenden Vortrags. Hier m\u00fcsse dringend etwas geschehen. Abschlie\u00dfend betonte er die Vorz\u00fcge f\u00fcr das Unternehmen, wenn es m\u00f6glichen psychischen Problemfeldern proaktiv und pr\u00e4ventiv begegnen w\u00fcrde: \u201eEs ist eine unglaublich starke Mitarbeiterbindung m\u00f6glich!\u201c<\/p>\n<p>Nach einer ebenso geselligen wie entspannten Mittagspause stellten sich Prof. Dietrich Gr\u00f6nemeyer, Sven Hannawald und Udo Sch\u00fcppel an der Seite von Jan Vogel und Sandra B\u00f6hm, Beraterin im Betrieblichen Gesundheitsmanagement bei der AOK Bayern, den Fragen des Livepublikums sowie der Livestream-User, welche ihre Anliegen online einsenden konnten. Das Spektrum reichte von politischen \u00fcber soziale bis hin zu privaten Bereichen. Was sind die Folgen der geplanten Gesundheitsreform f\u00fcr die Krankenh\u00e4user und deren Mitarbeitern? Was tun, wenn man einen eigenen Burnout bef\u00fcrchtet \u2013 offen artikulieren oder sich nur Vertrauenspersonen wenden? Wie soll ich mit einem Narzissten in meinem n\u00e4heren Arbeitsumfeld umgehen? Zwei Stunden lang widmete sich das hochrangig besetzte Podium den Fragen der Zuschauer und wurde am Ende mit gro\u00dfem Applaus verabschiedet. Oder wie es Jan Vogel zum Ende von \u201eGesunder Geist, gesunder K\u00f6rper: Eine Reise zur psychischen Gesundheit\u201c formulierte: \u201eDas war eine perfekte Veranstaltung! Danke an die AOK Bayern, danke an die gro\u00dfartigen Referenten und alle Beteiligten \u2013 und nat\u00fcrlich danke an unsere Zuschauer in Pr\u00e4senz sowie im Livestream!\u201c Und so endete ein gelungener Tag im Sinne der psychischen Gesundheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mens sana in corpore sano \u2013 ein gesunder Geist in einem gesunden K\u00f6rper. 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