1000 euro

Große Ankündigung, falscher Rechnungsempfänger

Der aktuelle Maßnahmenkatalog der Bundesregierung offenbart eine gefährliche Schieflage: Symbolische Entlastungen beim Sprit stehen massiven Zusatzbelastungen für den Mittelstand gegenüber, die den Wirtschaftsstandort Deutschland weiter schwächen. Man wälzt die finanzielle Entlastung der Bürger durch den 1.000-Euro-Bonus auf die Betriebe ab.

„Ein 1.000-Euro-Bonus für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird als große Entlastung in der Krise verkauft. Bezahlen sollen ihn jedoch die Arbeitgeber. Das ist einfach nur frech“, erklärt Gabriele Sehorz, Präsidentin des Bund der Selbständigen – BDS Bayern e.V.

„Diese Debatte zeigt, wie realitätsfern viele Entscheidungsträger in Berlin inzwischen agieren.“ Viele Unternehmer fragen sich längst, ob sie unter den aktuellen Rahmenbedingungen überhaupt noch weitermachen wollen. Der Mittelstand, das Handwerk und unzählige familiengeführte Betriebe stehen unter Druck wie lange nicht. Wer in dieser Lage zusätzliche Zahlungspflichten fordert, schwächt weiter die Wirtschaftskraft unseres Landes.

Mehr Geld für Arbeitnehmer ja – aber nicht, indem man den Unternehmen noch tiefer in die Tasche greift. Denn ohne gesunde Unternehmen gibt es keine sicheren Arbeitsplätze, keine Ausbildung, keine Innovation – und am Ende auch weniger Geld für den Sozialstaat.

Das vorgestellte Entlastungsmodell ist in Wahrheit Symbolpolitik: Erst sollen die Unternehmer zahlen, dann verzichtet der Staat großzügigerweise auf Steuern und Sozialabgaben. Die Last bleibt trotzdem bei denen hängen, die Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand überhaupt erst möglich machen.

Wer immer nur verteilt, ohne an die zu denken, die das erwirtschaften, zerstört am Ende die Grundlage unseres Wohlstands und riskiert den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Arbeitgeber durch zusätzliche Forderungen wie den 1.000-Euro-Bonus unter Zugzwang zu bringen, hilft nicht, sondern gefährdet die wirtschaftliche Basis, auf der dieser Zusammenhalt wachsen kann. So nicht.